Donnerstag, 31. Juli 2014

Momentan...

.. sind wir viel unterwegs! Wochenends arbeite ich, denn die Hochzeitssaison ist natürlich in vollem Gang. Sonntags ist dann ausspannen angesagt, was irgendwie idealer klingt, als es ist, denn in Wirklichkeit misten wir die Wohnung aus, räumen auf, besuchen die Familie oder je nach Wetter auch das Schwimmbad, und Ben ist morgens gerade gerne schon vor 6 Uhr auf (und ansprechbar bin ich eigentlich erst ab 8.30 Uhr ...) ...

Kamikazefliege bei der Arbeit...
.. und auch unter der Woche sind wir unterwegs, auf dem Markt (das muss jeden Mittwoch sein!), im Schwimmbad, auf dem Spielplatz oder mit Freunden verabredet, oder ich habe den einen oder anderen Fotojob.

was ich so mache

Da ich derzeit viel arbeite, habe ich überlegt, euch mal zu schreiben wie das so ist, als selbständige Mutter. Den Begriff "working mom" finde ich eigentlich eher doof, denn erstens stelle ich mir darunter eine 1,80 Meter große Modelmutter vor, die irgendein Unternehmen leitet und abends ihre 3 Kinder aus der KiTa abholt, und keine normale Mutter, die halt arbeitet oder sich in ihrer Selbständigkeit ausprobiert... und zweitens ist jede Mutter doch eine "working mom", auch wenn sie Hausfrau ist und kein Geld verdienen geht, denn muttersein alleine ist schon eine nicht zu verachtende Arbeit.

Wie ist das, interessiert es euch hier, wie ich das mit Kind, das nicht in die KiTa geht und meinem Job unter einen Hut bekomme? Wie das so abläuft, wenn ich fotografieren gehe und das Kind dabei ist? Was noch so dazu gehört, außer ein paar Bilder zu schießen? Dann würde ich mir bald mal die Zeit nehmen und ein bisschen dazu schreiben...

Dienstag, 29. Juli 2014

Weshalb ich jedem vom Versand mit DPD abrate.

Ich habe ein Geburtstagsgeschenk für Bens Freundin bestellt. Das einzige Problem: DPD sollte der Paketdienstleister seitens des Verkäufers sein. Ich hätte es wissen müssen. 

Nach gescheiterten Zustellversuchen (es ist scheinbar echt schwer, in einem 20 Parteien-Haus jemanden anzutreffen -vielleicht kann Hermes oder DHL mal einen Kurs für DPD anbieten, wie man Klingeln betätigt.) wollte sogar mein Mann persönlich hin (er arbeitet zumindest in der Nähe, von mir aus sind es ca. 30km) konnte jedoch weder übers Internet noch telefonisch Öffnungszeiten in Erfahrung bringen.

Darauf gestern meine Mail an DPD:
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Hallo!
Vorige Woche sollte mir ein Paket zugestellt werden. Den Benachrichtigungszettel fand ich vor der Haustür auf dem Boden herumliegen. Am darauffolgenden Tag füllte ich eine Abstellerlaubnis aus und klebte diese an die Haustür. Der Fahrer malte mir mehrere Fragezeichen auf den komplett (!) ausgefüllten Zettel mit der Abstellerlaubnis (auf den Briefkästen! Klingeln bei Nachbarn im Haus!), schmiss ihn vor die Haustür und verschwand wieder. Ich bin nicht nur verärgert angesichts meines wieder nicht zugestellten Pakets, sondern auch dieses frechen Verhaltens des Fahrers, zumal dies nicht der erste Vorfall dieser Art ist und ich mich bei Ihnen bereits 3 mal in den letzten Jahren beschwert habe. Es sind nach wie vor einfach keine Verbesserungen der Zustände zu beobachten.
Es handelt sich aktuell um Paketnummer P0[xxx] welche laut Onlinetracking obendrein auch noch ungültig und nicht nachzuverfolgen ist.
Mein Paket sei laut meinem letzten Benachrichtigungszettel auf der Straße nun bei Ihnen eingelagert.
Ich bitte Sie, mir dieses nun schnellstmöglich endlich sachgemäß zuzustellen! [xxx]
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24 Stunden. Keine Reaktion.
Erneute Mail. 
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Hallo, 
bereits vor 23 Stunden bat ich Sie, mir mein Paket endlich zuzustellen. Seither keine Reaktion, geschweige denn mein Paket. Unten die vorangegangene Mail.
Mit Bitte um schnellstmögliche Erledigung
[Lesebestätigung, hohe Priorität]
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Sehr geehrte Frau [xxx],
 für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns bei Ihnen entschuldigen.
Leider können wir Ihr Paket nicht mehr bei Ihnen zustellen lassen, da Ihr Paket bereits unterwegs zu Ihrem Versender ist. Bitte melden Sie das Ihrem Versender, damit dieser schnellstmöglich Ersatzware für Sie versendet.
Warum eine erneute Zustellung nicht funktioniert hatte, kann ich Ihnen nicht beantworten.
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Update:

Wisst ihr, wer gerade bei mir geklingelt hat? DPD. Mit meinem Paket, welches vor 2 Tagen angeblich zurück zum Absender geschickt wurde und einem Fahrer, der sich zig mal entschuldigte, denn niemand habe ihm die Tür geöffnet. Künftig solle ich doch, wenn ich das Haus verlasse, bei DPD anrufen, denn dann würde das Paket zum paketshop in der Innenstadt geliefert werden.
(wie das nun sein kann, nachdem man mir vorgestern noch schrieb, es sei nun beim Absender, konnte mir auch keiner erklären.)



Wenn ich meine Arbeit so erledigen würde und so mit meinen Kunden umgehen würden, könnte ich meinen Betrieb schließen. 
Da kramte ich in meinen Mails und stieß auf fast den gleichen Vorfall vor ziemlich genau einem Jahr.
 


Los gehts!


Hallo!
Wie bereits mehrfach vorgekommen, habe ich auch heute wieder einen Benachrichtigungszettel am Briefkasten vorgefunden, obwohl ich zuhause war und auf die Klingel gehört habe. Der Zettel wurde ohne zu klingeln an die Haustür geklebt.
Meine Klingel ist in Ordnung, andere Paketdienste schaffen es problemlos, Pakete zuzustellen. Ich war zuhause und habe Besuch erwartet, so dass ich sowieso auf die Klingel geachtet habe.
Wäre es das erste oder zweite mal, könnte ich darüber hinweg sehen, aber mittlerweile kann ich über Ihr Unternehmen nur noch den Kopf schütteln. Es liegt Ihnen offensichtlich nichts daran, den sowieso schon schlechten Ruf zu verbessern, geschweige denn ihre Arbeit, für die bezahlt wurde, auszuführen! 
Bitte stellen Sie mir mein Paket mit der Nummer [xxx] unverzüglich zu!
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(24 Stunden, keine Antwort.)
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Hallo!
Nachdem ich Ihnen bereits gestern unten angehängte Beschwerde geschickt habe, hat die heutige "Neuzustellung" Ihres Fahrers den Vogel abgeschossen.
Heute klingelte es Sturm an der Tür, ich war sofort an der Sprechanlage, bekam jedoch keine Antwort. Als ich zu den Briefkästen ins Erdgeschoss ging, hing dort erneut eine Benachrichtigungskarte, man habe mich nicht angetroffen!
Es handelt sich um das Paket mit der Nummer [xxx]

1. Wieso kommt es bei DPD bei JEDEM (!!!) Paket, das mir von DPD zugestellt werden soll, zu solchen Problemen? Das ist kein "Zufall", "Ausrutscher" oder "Versehen" mehr!!
 2. Wieso bekomme ich auf Beschwerdemails an Sie grundsätzlich lediglich den (automatisierten) Hinweis, ich könnte eine Neuzustellung beantragen, ohne jegliche Stellungnahme Ihrerseits? Und das beim 5. Mal?
3. Wie kann es sein, dass ein Fahrer, dessen Job es ist, ein Paket abzuliefern (und wofür er vom Auftraggeber bezahlt wird!!!) seinen Job nicht sachgemäß erledigt und sich das selbst nach der 5. Beschwerde eines Kunden nicht ändert? Haben die Fahrer derartigen Zeitdruck, dass sie ihre Pakete nicht zustellen können? Oder werden sie pro Tour (vom Depot zu mir immerhin rund 30 km!!!) bezahlt und freuen sich, morgen die selbe Tour nochmal fahren zu können (und womöglich mehr Geld dafür bekommt?)
Ich muss als Kunde doch stark davon ausgehen, dass es sich beim 5. Vorfall um Absicht handelt, vor allem, wenn man im Bekanntenkreis davon berichtet und jeder ähnliches zu berichten hat!
4. Wieso wird diesen Vorfällen nicht nachgegangen, sondern wird mir als Kunde immer mehr das Gefühl übermittelt, diese Vorgehensweise sei bei Ihnen normal, und ich werde an der Nase herumgeführt?
[xxx]
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Sehr geehrte Frau [xxx],
 wir bedauern sehr, dass Sie Grund zur Kritik bezüglich der Zustellart durch unseren Systempartner bzw. Fahrer hatten,danken jedoch für die Kritische Rückmeldung, da die Zufriedenheit für uns hohe Priorität besitzt.
Den Sachverhalt haben wir in unserem Haus geprüft und eine Rücksprache mit dem betreffenden Systempartner sowie dessen Fahrer geführt. 
Wir können Ihnen versichern, dass wir den verursachenden Fahrer nochmals sehr intensiv in die DPD-Richtlinien eingewiesen haben.
Wir hoffen mit diesen Maßnahmen wieder die gewohnt gute Zustellqualität bieten zu können.
Da nur ein sachgemäßer Umgang mit den uns anvertrauten Paketsendungen unserem gewohnt hohen Anspruch entspricht,möchten wir uns im Namen aller Beteiligten bei Ihnen für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen und gehen davon aus,dass sich ein so ein unglücklich verlaufender Fall nicht wiederholt.
In der Hoffnung auf weiterhin gute Zustellergebnisse verbleiben wir
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Hallo, vielen Dank für Ihre Antwort.
Leider habe ich mein Paket jedoch noch immer nicht.
Der Fahrer hat "Wir kommen am nächsten Wochentag wieder" angekreuzt, jedoch steht der Sendungsstatus online nun auf "eigelagert".
Für mich wird die Angelegenheit trotz Ihrer netten Mail leider immer ärgerlicher.
Ich bitte Sie, mir einfach nur mein Paket, welches ich bereits Ende letzter Woche gebraucht hätte, zustellen zu lassen, ohne dass weitere Unannehmlichkeiten für mich entstehen. Ich bin auch nicht bereit, eine Neuzustellung online zu beantragen, da auf dem Zettel "wir kommen am nächsten Werktag wieder" angekreuzt stand und ich nun extra 2 Tage lang zuhause auf Klingel und Fahrer gewartet hatte!

Leider findet man auch im Internet zum Thema "gewohnt gute Zustellqualität" "hoher Anspruch" und "weiterhin gute Zustellergebnisse" grundsätzlich die selben Erfahrungen wie meine, selbst wenn man nur nach Ihrer Emailadresse sucht. Vielleicht interessiert Sie ja auch die Erfahrung anderer über Ihr Unternehmen.
___________
Sehr geehrte Frau [xxx],

das betreffende Paket ist in der Tat nach den 2 erfolglosen Zustellversuchen bei uns eingelagert.
Morgen am nächsten Werktag versuchen wir Sie erneut mit Ihrem zu erreichen. 


Gehts euch mit DPD genau so?  Übrigens hatte ich einige Monate zuvor NOCH eine Korrespondenz dieser Art mit DPD - jedes verdammte mal, wenn etwas von denen zugestellt werden sollte.  Ich verstehe es, wenn irgendwo Fehler passieren. Aber dann zeigt man doch zumindest Interesse, etwas daran zu ändern oder entschuldigt sich vernünftig, nicht so wie in der aktuellen Mail?! Schulterzuckend schrieben, man wisse auch nicht woran es lag, kümmer dich selbst darum.... 
Man hat das Gefühl, dass es dem Unternehmen scheißegal ist, was da läuft, und wie es den Kunden damit geht...



 




Freitag, 25. Juli 2014

Wasserflaschengestänker

Ich war heute bei ALDI.
An der Kasse, ein paar Leute vor mir, schoben zwei junge Frauen einen Einkaufswagen voller Wasserflaschen. Die beiden waren fröhlich, lustig und freundlich. Die Kassiererin hatte keinen großen Aufwand, sie musste nur 24x6 Flaschen Wasser eintippen, dann noch eine Wassermelone und ein paar kleine Wasserfläschchen und fertig.
Hinter mir in der Schlange stand ein älteres sehr altes Ehepaar. Sie fingen an zu spekulieren:
"Sicher grillen die am Wochenende. Aber selbst wenn man 2 mal grillt, so viel Wasser braucht doch kein Mensch. Das wird dann sicher nur weggeschüttet." - "ja, viel zu viel zum Grillen und ganz unerhört ist das. Also unmöglich. Was wollen die denn auch mit dem ganzen Wasser. Dass die das überhaupt mitnehmen dürfen." - "Stimmt, haushaltsübliche Mengen sind das nicht mehr. Dass die das dulden? Na mal sehen, vielleicht sagt die an der Kasse ja auch was. Und dann müssen sie es stehen lassen." - "ja, und wenn die ne Gaststätte haben.. Ach, bestimmt haben die eine. Aber selbst dann ist es unerhört! Dann kann man ja auch bei METRO einkaufen, aber hier bei ALDI dann die Billigsachen kaufen für ein Restaurant? Und für viel Geld verkaufen dann. Das ist echt frech!" - "ja, und wenn de jetzt grillen oder eine Feier haben, mit 50 Leuten, dann trinkt jeder nur eine halbe Flasche von dem Wasser und den Rest schütten sie dann weg. Das muss doch echt nicht sein!!!" - "Guck mal, die kriegen das ja auch nie ins Auto. Und schieben kann man den Wagen auch nicht mehr. Also echt mal."

ich denke mir, vielleicht haben die beiden in ihrer WG sonst kein Auto und wohnen auf dem Land? Vielleicht arbeiten sie, wie ich damals, in einer sozialen Einrichtung und müssen für ihre Betreuten den Monatseinkauf erledigen? Damals wurde ich auch schon angegangen wie ich meinen Wochenendeinkauf denn an einem Montagmorgen erledigen muss, wo es andere Leute eilig haben. Dabei war ich dienstlich unterwegs... (und selbst wenn nicht, was geht das die Leute an?)

So drehe ich mich um, sage "lassen sie die beiden Frauen doch einfach oder fragen sie, wozu sie das brauchen!?"
Die beiden schauen schnell weg, reißen die Augen auf, ignorieren mich, schauen sich an...  (denn direkt ansprechen ist scheiße, man muss immer so stänkern, dass es die betroffenen nicht mitbekommen.) und legen weiter los.

"siehst du!!! jetzt ist die eine Flasche runtergefallen. HAHA! Ich hab's ja gesagt. Habs mir noch gedacht. Das geht doch auch nicht in den Wagen. Der ist ja schon voll. UNERHÖRT!" Die beiden Wassertäterinnen bezahlen und schieben den Wagen zu ihrem Auto, das gut sichtbar von der Kassenschlange (da waren dann noch 2 Leute vor mir) am Fenster hinter der Kasse stand.
"siehst du, siehst du!!! So ein kleines Auto! Total überladen! Die Polizei sollte man rufen!!!" - "achwas, die kriegen eh nicht alles rein." - "Ja und was machen sie dann? Es einach stehen lassen? Ne, die sollen gefälligst zu METRO gehen. Ich finde das unmöglich. nee, ne!"

Ich wusste wirklich nicht - und das passiert mir nicht oft - ob ich lachen oder heulen soll. Ignorieren kann ich nicht, so lange Menschen über andere herziehen, statt diese direkt anzusprechen. Das geht mir auch in einem anderen Laden oft so, wenn gestänkert wird wieso die Kassiererin nicht eine weitere Kasse auf machen lässt, statt dass man hin geht und freundlich fragt, ob man noch eine Kasse öffnen könnte...

Und mir ging so viel durch den Kopf, denn es passt so gut auf alles, was man so täglich erlebt, und ganz besonders hier aufs Internet bezogen:

Wieso um alles in der Welt kann man die Leute nicht einfach mal machen lassen, was und wie sie wollen? Solange sie keinem dadurch schaden?
Um mal zurück aufs Blogthema zu kommen:
Sicher kann man sich ab und an mal denken, Boa, das hätt' ich nicht gemacht. Das hätt' ich nicht gekauft, das finde ich nicht schön, das ist übertrieben und das finde ich hier fehl am Platz. Sicher, das macht jeder mal. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Aber muss man denn gleich die Leute verurteilen, beurteilen?

Ich habe auch Freunde / Familie gehabt, die einen Gehfrei haben, auch wenn ichs schlecht finde und nicht nutzen würde. Ich habe nicht gestänkert. Ich hab sie machen lassen. Ich habe Freunde, die mit 4 Monaten mit Beikost anfingen. Ich hab sie machen lassen, auch wenn ichs anders gemacht habe. Ich habe Freunde, deren Frisur ich nicht tragen würde. Eine Freundin geht arbeiten, wenn ihre Tochter 9 Monate alt ist. Ich hätte es nicht gewollt und gekonnt, aber dennoch mag ich sie sehr gerne und wünsche ihr nur das Beste. Ich versuche sie und andere nicht den ganzen Tag zu bekehren, denn zu ihr und ihrer Situation passt ihre Entscheidung.
Andere wollen keine 3 Jahre zuhause bleiben. Nicht ins Babyschwimmen. Kein privates Zeug ins Internet schreiben. Keinen Urlaub mit Wohnmobil, Ist ja auch meine Entscheidung.
Ich habe auch Menschen, die ich bei Twitter oder Instagram gerne verfolge und lese, die einiges anders machen als ich. Die gehen arbeiten, oder die Kinder sind in KiTas oder sie lassen ihre Kinder kein Fleisch essen oder wasweiß ich. Bloß weil jemand anders entscheidet als ich oder mal Dinge macht, die ich nicht gut finde, heißt das doch nicht, dass ich diese Menschen gleich weniger mag.
Von außen betrachtet ist es immer so leicht zu verurteilen, wenn man die Geschichten hinter den Menschen und vermeintlich eigenartigen Entscheidungen nicht kennt oder sie einem - wie bei den alten Menschen - gar nicht erst hören will. Es kann durchaus vorkommen, dass man ein Verhalten oder eine Entscheidung doof findet, den Menschen dennoch mag. Irre, was? 

Aber jeder entscheidet doch für sich und sein Leben, für seine Wasserflaschen und sein Kind und seine verdammten 24 Sixpacks Wasser, warum und wofür und wann und wo er sie braucht, und die anderen geht das schlicht einen feuchten Keks an...

Die Welt wäre so viel einfacher.

Donnerstag, 24. Juli 2014

und, was machst du so den ganzen Tag?

Manchmal bin ich genervt. Und werde laut. Ja, ich bin auch keine Heilige. Hab ich nie behauptet. Besonders sind das die Tage, an denen das Kind keinen Mittagsschlaf machen will.
Da sitzte dann ne Stunde im finsteren Kinderzimmer und hörst zu, wie das Kind "bpppbbbrrpppfff"-Laute übt, sich vom Grill und vom Bagger erzählt, mit den Füßen gegen die Bettgitter schlägt und dann leidend ächzt, weil es super anstrengend ist, sich mit Gewalt wach zu halten.


Ich zwinge ihn nicht zum schlafen, so ist es nicht. Aber ich kenne mein Kind und weiß, wann es müde ist. Und ich weiß, wie so ein Tag dann weiter gehen wird.
Wir stehen dann nämlich auf - ich stocksauer, weil ich eine Stunde auf dem blanken Boden saß, absolut unproduktiv und die Zeit andersweitig hätte nutzen können - und weil ich meine Arbeit nicht erledigen kann und sie bis abends liegen bleibt, wo dann mein Feierabend drauf geht. Ich habe Kundenmails im Kopf, die ich noch beantworten müsste, Kunden CDs, die ich noch fertigstellen und versenden müsste, die Spülmaschine, den tisch voller Reiskörner, und an eine Pause ist dann einfach nicht zu denken. Der Haushalt bleibt liegen, weil das mit übermüdetem Kind einfach NICHT machbar ist, oder ich die dreifache Zeit brauche, weil er hinten wieder ausräumt, was ich vorne eingeräumt habe. Ich brauche - genau wie das Kind - diese Stunde Ruhe.
Ich kann konzentriert arbeiten und muss dabei nicht aufpassen, dass das Kind sich die fünfte Beule holt und die Scrabblespielsteine verschluckt, nicht noch ein Glas vom Tisch fegt oder sich vom Sofa stürzt. Für eine Email brauche ich mit Kind 15 Minuten, ohne Kind 2.
Meist ist es dann so, dass er den Rest des Tages super quengelig ist, im Dauerton MAMAAAAA heult, weil er sich jede Minute etwas anderes stößt, stolpert, herunterfällt, er versucht Steine in meinen DVD Brenner zu stecken, malt die Balkontüre an oder drückt auf dem Drucker herum oder sonstwas.
 



Wir gehen dann also - wie versprochen - ins Schwimmbad, denn zuhause ist ein übermüdetes Kind keinesfalls zu ertragen - dort hin muss ich erstmal mich überreden, weil eigentlich bin ich echt genervt und hätte anderes zu tun - dann muss ich ihn erstmal überreden, weil er eingefangen werden will, nicht zum Auto laufen will, keine Schuhe anziehen will, kein Tshirt anziehen will, keine Treppe gehen will UND SO WEITER. Wenn ich dann im Schwimmbad ankomme, schläft er entweder und ich muss ihn wecken - oder ich darf dank seiner Übermüdung nicht nur die Sporttasche voller Spielzeug und Essen für zwei, sondern auch IHN bei 35 Grad durch die Gegend tragen, und dort wird er nur an mir kleben und sofort heulen, wenn die Kinder seine Spielsachen anschauen oder gar haben wollen.

Ihr seht, "kein Mittagsschlaf" macht mich stinksauer, unkonzentriert, völlig abgenevrt und stresst mich.

Und, was macht ihr so den ganzen Tag mit Kind? Langweilt man sich da nicht so langsam? Fragt meine Arbeitskollegin.

Was, den ganzen Tag im Schwimmbad liegen? So schön hätt' ichs auch mal gerne! 
ja, wirklich, ein riesen Spaß!



Donnerstag, 17. Juli 2014

Neulich in der Indoorspielplatzhölle

Ich gebe zu: ich hasse Indoorspielplätze. Neuerdings. Als ich früher, kinder- und ahnungslos, daran vorbeifuhr, dachte ich immer, dass das ein mords Spaß sein muss, und ich irgendwann da sicher auch mal sitze und das ganz toll finden würde.
Ja, in der Theorie.
 

Da drin (okay, ich kenne tatsächlich nur einen, ihr könnt mich gern eines Besseren belehren, aber ich habe nicht das Bedürfnis, mehr davon kennen zu lernen!) ist es stickig, schwitzige Kinderausdünstungen, sockfüßige vorpubertäre Käsequanten mischen sich mit Pommes und Bockwurstgestank, es ist nicht schön (in unserem Fall ein alter Hallen-Tennisbodenkratzeteppich, es wurde sich nichtmal die Mühe gemacht, die Markierungen zu entfernen oder einen passenderen Boden reinzulegen), die Spielgeräte sind lieblos hingeklatscht und an der hinteren Hallenseite reihen sich ausrangierte Plüschtiergreiferautomaten, Teppichrollen und leere Eistruhen.
Ein paar dicke Kabel, die kreuz und quer auf dem Boden herumfahren (gehört das so?!) führen von kleinen, noch nicht angemalten, wackeligen Holzbänken zu blinkenden Auto- Telefon (!) und Raumschiff- Fahrgeräten, in welche man trotz des horrenden Eintrittspreises (das Kind ist kostenlos, aber ICH, ICH!!! muss für mein "Vergnügen" auch noch zahlen!) noch Geld stecken müsste (wenn man dem Kind schon verraten hätte, dass diese Teile etwas anderes machen als blöd herumstehen ;))...

Die Rutschen sind für unsere Zwerge noch viel zu hoch, sie selbst kommen da kaum rauf und ich mit meinen nicht gerade 50 Kilo werde nen Teufel tun, auf die zweite Ebene eines an Gummizellen erinnernden Spielmattenkäfigs voller Bälle, Hindernisse, Brücken, Tunnels und Schaumstoffrollen zu klettern, um mein Kind von einer viel zu hohen Rutsche zu schubsen, womöglich selbst noch stecken zu bleiben, worauf es diese Plastikwellenrutsche anschließend sicher noch weitere 80 Mal rutschen will.

Auf den Hüpfburgen tummeln sich neben tobenden Kindern auch tobende große Kinder und Jugendliche, die absolut rücksichtslos da rumpolterten, so dass wir Angst um unsere Minis bekamen...


Und das allerschlimmste ist, wie sich der ein oder andere wohl schon vorstellen kann, der Lärmpegel. Nein, nicht die überdrehten Kinder von 3, 8 oder 13 Jahren, nein, so richtig nervig sind die beiden Hüpfburgen, die permanent laut mit Luft vollgepumpt werden und zusätzlich über einen "Maul auf - Mechanismus" verfügen, der die Kinder für einige Sekunden in einem riesigen Fisch- bzw. Affenmaul gefangen hält, ehe er wieder aufklappt und sie wieder freigibt, während im Hintergrund über Lautsprecher lustlos verkündet wird, Menü 1 für Tisch achtundzwanzig sei fertig, falls man es noch nicht am Geruch bemerkt haben sollte.
 

 Aber ja, Indoorspielplätze sind was Wunderbares. Für Kinder. Wenns regnet. Und ich will ja kein Spielverderber sein. Wo energiegeladene Kleinkinder, die nicht in Gummistiefeln laufen wollen und tagelanger Regen gekoppelt mit 4 Tagen wetterbedingten Kopfschmerzen in den eigenen 4 Wänden zusammentreffen, ist man froh um jede Möglichkeit, den Kleinen etwas zum Toben anbieten zu können.

Meah Bidde!!!

Umarmungen für Lena!

Die Hauptsache ist ja, Ben und Lena hats gefallen, auch wenn wir die meiste Zeit nur auf dem Trampolin und der ruhigen, nicht-kinderschluckenden (denn Ben hatte richtig Angst davor und sagte auch "Mama, Annngg!!") Luftkissenmatte verbrachten.

Allerdings waren wir fast zu Tränen gerührt, wie Ben und seine Freundin Lena miteinander umgingen, sich immer wieder umarmten (unaufgefordert und bis zum Umfallen!) und miteinander spielten (Ben warf den Ball, Lena musste ihn holen :D).
Beim Knabbereien teilen verstand Lena kurz keinen Spaß mehr, was ich verstehen kann, weil Ben derzeit einfach alles isst, und davon Unmengen, aber nach einem kurzen Augenaufschlag von Ben und "Meah Bidde" teilte sie dann doch gerne. Er gab übrigens den Bündel Salzstangen zurück und bestand drauf, dass Lena ihm diese einzeln füttert.




Es war so schön, Lena, bis bald! (ja, aber hoffentlich wieder draussen... aber wir werden bestimmt irgendwann mal wieder her kommen!)

herzigster Abschied auf dem Parkplatz

Dienstag, 15. Juli 2014

Mauwauff lieeeb!

Da wacht das Kind vom Mittagsschlaf auf und labert in einer Tour. was ist da denn los?

Er bringt den Maulwurf (ja, der Maulwurfn! Autschn!) aus dem Kinderzimmer: "Mauwauff lieeeb! lieeeb! oooh! Mauwauff dudo (drücken)!! lieeeeb!!!" Dann setzt er ihn auf den Stuhl... "Mauwauff Duhl. hitzt. Appda (Apfel). Iss!!!" Dreht sich zum Balkon um: "Badonn! Grill groß. An- heisss! Grill aus. Heiss - Nein!" Dann zieht er noch die CD in seine Arme, "Heedee lieb. Mauwauff lieb. Ohhhh. Lieeeeb!!!" ...
Nebenbei läuft die Weltmeisterfeier... "Toa, Toa! Trikot, Trikot, Triiikot.." - willst du dein Trikot anziehen?" - "Ja, BIDDE!!!"

Ich meine, er redet zuhause ja schon einiges, aber solche Romane und so viel "lieb" - das ist neu.

Montag, 14. Juli 2014

Wir sind Weltmeister!

Und Ben hat es fast, beinanahe noch mitbekommen ;) Zumindest ging es nach dem gewonnen Spiel Zähneputzen - und zur Siegesfeier gingen dann die Augen zu :)



Richtig, wir sind Rabeneltern, absolut, wie kann man ein Kind nur so lange wach halten...
(Die Nacht zuvor hielt er uns bis 23.10 Uhr wach. Wollte nicht schlafen. War gestern ähnlich. Dazu waren noch Oma und Opa da. Wer geht da freiwillig ins Bett? Bevor wir dann wieder ne Stunde im Kinderzimmer verbingen mussten, durfte er einfach aufbleiben. Und man sieht ja - der Schlaf holt  alle irgendwann sowieso ein. So schnell hatten wir ihn noch nie im Bett... Trikot aus, Kind dreht sich um, schläft. Vielleicht machen wir das jetzt einfach immer so ;)

Und bei der nächsten WM geht er schon fast in Schule. Hallo? Das ist doch total irre.